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28.11.2025

Fragmented Memories: Neue Online-Ausstellung in englischer Sprache zu den Hamburger Frauenaußenlagern des KZ Neuengamme

Screenshot Online-Ausstellung Fragmented Memories

Die Geschichten der Orte und der inhaftierten Frauen lassen sich nun auch weltweit erkunden.

Sasel, Wandsbek, Veddel, Eidelstedt, Neugraben, Tiefstack, Langenhorn – in diesen Hamburger Stadtteilen sowie in Wedel befanden sich Frauenaußenlager des KZ Neuengamme. Rund 3000 weibliche KZ-Häftlinge wurden im Hamburger Stadtgebiet zur Zwangsarbeit eingesetzt – zur Trümmerbeseitigung, zum Bau von Behelfswohnheimen, in der Rüstungsindustrie. Die meisten von ihnen waren als jüdische Frauen aus dem Vernichtungslager Auschwitz nach Hamburg verschleppt worden. Weitere Frauen waren als Sintize oder aus politischen Gründen verhaftet worden. Sie kamen aus verschiedenen deutsch besetzten Ländern Ost- und Westeuropas.

Seit 1985 wird in einem ehemaligen Plattenhaus in Hamburg-Poppenbüttel an die Geschichte der Frauenaußenlager erinnert. Seit 2008 sind dort viele Lebensgeschichten der dort inhaftierten Frauen zu finden. Ein Kurzführer zur Ausstellung steht auf Deutsch und seit 2025 auch auf  Englisch zur Verfügung.

Auf dieser Grundlage hat Casey Senett, die ab August 2023 als Freiwillige von Aktion Sühnezeichen ein Jahr lang in der Stiftung gearbeitet hat, eine neue Online-Ausstellung entwickelt, die nun zur Verfügung steht.

Die Website Fragmented Memories präsentiert exemplarische Häftlingsbiografien, die die Bandbreite der Lebenswege der verfolgten Frauen aufzeigen. Ebenfalls vorgestellt werden die Häftlingsarbeit und Haftbedingungen in den Außenlagern, die Strafverfolgung nach 1945 sowie die Erinnerung an den Orten nach 1945.

Der Titel, den Casey Senett für ihre Online-Präsentation wählte, geht auf die Schriftstellerin und Holocaust-Überlebende Lucille Eichengreen (1925–2020) zurück. Die gebürtige Hamburgerin war in den KZ-Außenlagern in Veddel und Sasel inhaftiert und wurde zur Trümmerräumung eingesetzt. In ihren Lebenserinnerungen „Von Asche zum Leben“ schilderte sie: „Die Trümmer, so kam es mir in den Sinn, ähnelten meinem eigenen Leben. Von der Vergangenheit blieb nichts übrig außer irreparabel beschädigten Bruchstücken und fragmentierten Erinnerungen.“

Lucille Eichengreen emigrierte nach ihrer Befreiung in die USA. Andere Überlebende der Hamburger Außenlager zogen etwa nach Schweden, Großbritannien oder Israel. Die Kinder und Enkelkinder der Überlebenden leben heute in vielen Ländern weltweit. Die neue Online- Ausstellung steht ihnen allen nun zur Verfügung. Wir wünschen der neuen Ausstellung ein großes und interessiertes Publikum!

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Screenshot Online-Ausstellung Fragmented Memories
Screenshot Online-Ausstellung Fragmented Memories